Mittwoch, 22. Juni 2011

Sali, der schlaue Salamander - Teil 2

Was bisher geschah, könnt ihr in Sali, der schlaue Salamander - Teil 1 lesen.

Sali dachte eine ganze Weile nach. Immer wieder hörte das Gebläse auf, sich zu drehen und startete kurz darauf wieder. Minute um Minute, Stunde um Stunde beobachtete Sali das Loch in der Wand. Es war noch immer tiefste Nacht. Plötzlich fiel es ihm auf. Die Pausen des Gebläses erfolgten regelmäßig. Sali konnte inzwischen sogar vorhersagen, wann sie kamen. Die Pausen waren genau so lang, dass Sali hindurch schlüpfen könnte. Allerdings musste Sali schnell sein und er durfte sich keinen Fehler erlauben. Er wartete die nächsten fünf Pausen ab, um sicherzugehen, dass seine Beobachtungen stimmten. "Dann mal los!", sagte Sali zu sich selbst, um sich selbst Mut zu zusprechen. Er war ein wenig nervös und fing an zu schwitzen. Doch was sollte er tun? Er musste etwas essen und in der Nähe der Menschen war es zu gefährlich. Egal, wie gut Sali bisher den Menschenfüßen entkommen war. So vorsichtig wie er im Umgang mit den Menschen war, so mutig musste er nun sein, um nach draußen zu gelangen ohne dabei zu Schaden zu kommen.
Sali wartete auf die nächste Pause. "Drei, zwei, eins und jetzt ...!", dachte Sali und kroch los. Er kroch so schnell er konnte. Er hatte Recht gehabt: die Pausen waren gerade so lang, dass Sali Zeit hatte, nach draußen zu schlüpfen.
Sein Herz pochte noch sehr schnell vor Angst, aber nun mischte sich auch Freude darüber dazu, wieder im Freien zu sein. Er krabbelte schnell die Wand entlang nach oben auf das Dach. Dort legte er sich flach hin und ruhte sich  aus.
"Ich hab's geschafft!", dachte Sali glücklich. Er sah zum sternenklaren Himmel und dem hell leuchtenden Mond hoch. Sali hatte kurzzeitig befürchtet, dass er diesen wundervollen Anblick nie wieder sehen würde.
"Das nächste Mal muss ich besser aufpassen, wohin ich mich verkrieche.", sagte Sali zu sich selbst. Er wollte nicht, dass ihm ein solches Abenteuer noch einmal widerfuhr.


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